Deutschland und die Mieten

Während in deutschen Großstädten die Mieten rasant steigen, sinken in vielen Gegenden die Mietpreise rapide ab. Wohnungsmangel dagegen ist fast überall ein Dauerproblem. Mittlerweile ist schon von einem Leerstand in der Provinz die Rede. Viele Städte, Regionen und vor allem ländliche Gegenden müssen sich nicht nur mit einer schrumpfenden Bevölkerung auseinandersetzen, sondern auch mit vielen Leerständen.

Eine Aussage vom Bundesbauministerium spricht von Schrumpfungsprozessen in diversen Landkreisen, was sich natürlich auch auf die dortigen Mieten auswirkt. Die Gründe sind einfacher Natur, Abwanderung, Arbeitslosigkeit und Überalterung senken die Einwohnerzahlen in deutschen Städten.

Sozialbau oder Wohnungen für die Mittelschicht?

Dass ein Verdienst für eine normale Mietwohnung reicht, ist schon lange nicht mehr die Regel. Immer mehr Bewerber bemühen sich daher um einen Platz im sozialen Wohnungsbau, der wächst jedoch nicht so schnell, wie Wohnungen gebraucht werden. Wie also kann wohnen wieder bezahlbar werden?

Neue Wohnungen entstehen seit Jahren, doch die sind eher etwas für die Besserverdienenden. Ein Neubau für Rentner oder eine Krankenschwester würde sich nicht mehr lohnen, da die Baukosten der Inflation davongerannt seien. Das sind Aussagen von Immobilienunternehmen. Laut dieser Branche, sind der Kostenanstieg und immer strengere Bauauflagen zum Energieverbrauch schuld daran.

Dazu kommt außerdem, dass dort, wo mittlere Mieten eher eine Seltenheit sind, auch noch die Sozialwohnungen knapp werden.

Es gibt zu wenige Sozialwohnungen

Der Bedarf steigt immer schneller und doch gibt es immer weniger Sozialwohnungen in Deutschland. Allein im Jahr 2011 gingen 57.000 Sozialwohnungen verloren. Aktuell gibt es noch 1,6 Millionen Sozialwohnungen, zum Vergleich: Im Jahr 2002 waren es noch etwa 2,7 Millionen Wohnungen. Als Grund für den immensen Rückgang wird angegeben, dass das Auslaufen von langjährigen Mietpreisbindungen daran schuld sei.

Als Gegensatz erscheint da die bayrische Landeshauptstadt München. Trotz dem günstigen Arbeitsmarkt und der attraktiven Lage der Stadt, steigen die Mieten dort fast schon ins uferlose. Auf einem neuen Rekordhoch sind die Quadratmeter Preise, die im ersten Quartal dieses Jahres, bei durchschnittlich 5027 Euro lagen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von gut 15 Prozent. Die Preise für Eigentumswohnungen liegen dort rund 160 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 1905 Euro pro Quadratmeter. Die Kaufkraft liegt lediglich bei 37 Prozent über dem Deutschlandschnitt.